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Fortbildung der Polizei NRW

Fortbildung in der Aula des LAFP NRW in Selm
Fortbildung der Polizei NRW
Fortbildung als Antwort auf neue polizeiliche Herausforderungen
LAFP NRW

Unsere Zeit ist durch permanente und sich rasant vollziehende Veränderungen in allen Lebensbereichen geprägt. Politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Entwicklungen wirken sich auf die Sicherheitslage aus. Die Polizei muss sich mit neuen Phänomenen wie Terrorismus und Extremismus sowie neue Kriminalitätsformen wie die Kriminalität im und durch das Internet (Cybercrime) auseinandersetzen. Aber auch gesellschaftspolitische Entwicklungen durch Zuwanderung und sich daraus ergebende Diskussionen (z. B. im Zusammenhang mit der Gewalt im sozialen Nahraum) haben ebenso wie der zunehmend dichter werdende Straßenverkehr Einfluss auf die Polizeiarbeit. Offene Grenzen innerhalb Europas und die Internationalisierung bzw. Globalisierung, die durch den rasanten Fortschritt der Informations- und Kommunikationstechnologie und die damit einhergehende weltumspannende Vernetzung in besonderer Weise unterstützt wird, beeinflussen zudem die polizeiliche Aufgabenwahrnehmung.

Die Polizei muss sich den aus Veränderungen erwachsenden Herausforderungen stellen, indem sie neue Handlungskonzepte entwickelt, neue Technologien zum Einsatz bringt und die vorhandenen Ressourcen effektiver und effizienter einsetzt.

Die skizzierten vielfältigen Entwicklungen bedingen, dass Anforderungen an die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten wachsen und sich zugleich ständig verändern. Mit sich verändernden Anforderungen geht die Notwendigkeit einher, die für die Aufgabenbewältigung erforderlichen Kompetenzen den Gegebenheiten und Erfordernissen anzupassen. Qualifiziertes Personal ist die Voraussetzung für rechtsstaatliche, bürgerorientierte und professionelle Polizeiarbeit.

Verzahnung von Aus- und Fortbildung
Während in der berufsqualifizierenden Ausbildung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst die notwendigen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten für die ersten Berufsjahre vermittelt werden, ist Ziel der polizeilichen Fortbildung, die durch die Ausbildung erworbenen beruflichen Kompetenzen zu erhalten, anzupassen, zu verbessern, zu erweitern, aber auch wiederzugewinnen (z. B. nach längerer Beurlaubung).

Die vielfältigen Aufgaben der Polizei erfordern in zahlreichen Arbeitsbereichen eine Spezialisierung. Darüber hinaus ist die Fortbildung an den spezifischen Anforderungen der unterschiedlichen Funktionen und Arbeitsplätze auszurichten.

Das LAFP NRW - der Bildungsträger der Polizei NRW
Das LAFP NRW als Träger der Fortbildung der nordrhein-westfälischen Polizei gewährleistet mit seinen vier Fachbereichen eine praxisnahe, bedarfsgerechte und ständig aktualisierte Fortbildung (zentrale Fortbildung). Das Fortbildungsangebot ist das Ergebnis einer in den Polizeibehörden durchgeführten Bedarfserhebung sowie einer durch die drei polizeilichen Landesoberbehörden (Landeskriminalamt NRW, Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW, Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW) und dem Ministerium für Inneres und Kommunales NRW vorgenommenen fachlichen Bewertung. Dieses Angebot wird von didaktisch-methodisch besonders geschulten und berufserfahrenen Polizeibediensteten konzipiert, vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet. Die fachliche und didaktische Qualifizierung der Lehrenden findet ebenfalls im LAFP NRW statt.

Zentrale Fortbildung ist effektiv und effizient
Ein breit gefächertes, polizeispezifisches Fortbildungsangebot gewährleistet erfolgreiche und professionelle Polizeiarbeit. Das LAFP NRW ist der zentrale Bildungsträger für die einheitliche, effektive und effiziente Fortbildung der nordrhein-westfälischen Polizei.

Vermittelt werden die zentralen polizeilichen Standards, auf der Grundlage aktueller pädagogischer Erkenntnisse, an fünf speziell für die polizeiliche Aus- und Fortbildung ausgestatteten Standorten. Die inhaltliche Verzahnung von Aus- und Fortbildung ist dabei von besonderer Bedeutung.

Nationale und internationale polizeilich relevante Entwicklungen werden in enger Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt NRW (LKA NRW), dem Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW (LZPD NRW) und den polizeilichen Fachreferaten des Ministeriums für Inneres und Kommunales NRW (MIK NRW) in unseren Bildungsangeboten berücksichtigt.

Im Rahmen gezielter Multiplikatorenschulungen und durch persönliche Beratung und Unterstützung der Fortbildungsverantwortlichen der Polizeibehörden fördern wir die Einhaltung von Standards auch in der örtlichen Fortbildung.

Das polizeiliche Aufgabenspektrum im Fokus
Unser Fortbildungsangebot, das unsere vier Abteilungen verantwortlich entwickeln, umfasst speziell konzipierte Fortbildungsmaßnahmen zu den Themenfeldern

Einsatzbewältigung

Fortbildung im Bereich Einsatz und Gefahrenabwehr
Die Fortbildung für die Einsätze aus besonderem Anlass umfasst die Qualifizierung von allen Spezialkräften: Spezialeinsatzkommandos, mobile Einsatzkommandos, Verhandlungs-gruppen und technische Einsatzgruppen. Aber auch Polizeiführer, Stäbe sowie Bereitschaftspolizeieinheiten sind Zielgruppe unserer spezifischen Fortbildung.

Diensthundwesen
Eine Besonderheit ist unsere eigene Zucht und die Ausbildung von Diensthunden. Durch unsere Diensthundführerinnen und Diensthundführer mit spezialisierten Diensthunden gewährleisten wir die Beratung und Einsatzunterstützung der Kreispolizeibehörden, um so dem hohen Einsatzwert des Diensthundes gerecht zu werden.

Auslandsmissionen
International anerkannt und zertifiziert ist die Qualität der Vorbereitung auf Auslandsmissionen von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten aus ganz Deutschland und die Betreuung von Missionsteilnehmerinnen und Missionsteilnehmern.

Fortbildung im Bereich Fahr- und Sicherheitstraining
„Der sichere Weg zum Einsatzort! Professionell Risiken minimieren!“ Das ist ein Ziel unseres Fahr- und Sicherheitstrainings. Als Grundlage erwerben die Fortbildungsteilnehmerinnen und -teilnehmer Handlungssicherheit beim Führen von Dienstfahrzeugen mit Sonder- und Wegerechten, zum Beispiel für Motorrad, LKW und Bus. Zielgruppenspezifisch trainieren wir Spezialeinheiten, Observations- und Einsatztrupps, den polizeilichen Staatsschutz und den Personenschutz. Das LAFP NRW trainiert aber auch die Trainerinnen und Trainer in den Kreispolizeibehörden. Daneben bieten wir spezielle Seminare zum Führen von Verkehrsüberwachungsfahrzeugen sowie zum Retten aus Fahrzeugen unter Einsatz von Rettungssimulatoren an.

Kriminalitätskontrolle

Für die zukünftigen Aufgabenbereiche spezialisieren wir die neuen Ermittlungsbeamtinnen und Ermittlungsbeamten mit einer speziellen mehrwöchigen Einführungsfortbildung. Darüber hinaus werden die klassischen Deliktsbereiche, wie zum Beispiel Einbruch, Raub oder Jugendkriminalität, bis hin zu der Bearbeitung von Sexualdelikten, Todesermittlungen und der Bekämpfung der organisierten Kriminalität vermittelt.

Im Aufgabenfeld Cybercrime werden die neuesten Methoden der Spurensuche und -sicherung sowie die Sicherung von Daten in hochkomplexen Computeranlagen gelehrt. Ferner werden Ermittlungshilfen für die virtuelle und doch in ihren Auswirkungen realen Welt des Internets gegeben.

Der behutsame Umgang mit den Opfern ist ein wichtiger Bestandteil polizeilicher Arbeit. Zu den polizeilichen Unterstützungsmöglichkeiten im Bereich des Opferschutzes und der Opferhilfe erwerben Angehörige der Polizei das dazu erforderliche Wissen – ebenso wie für die verschiedenen Bereiche der Kriminalprävention oder der Auswertung und Analyse des Kriminalitätsgeschehens, von der Taktik bis zur Strategiebildung.

 

Verkehrssicherheit

Zum Thema “Vorbeugende Unfallbekämpfung“ vermittelt das LAFP NRW für die Verkehrssicherheitsberatung und den Bezirksdienst der Kreispolizeibehörden die Grundlagen der Verkehrserziehung und -aufklärung einschließlich des erforderlichen Methodentraining. Darauf aufbauend folgen altersgruppenspezifische Fortbildungsmaß-nahmen für die Verkehrssicherheitsarbeit mit Kindern, Jugendlichen, jungen Fahrern, Erwachsenen, Senioren und Menschen mit Handicap. Als bundesweit einzigartige polizeiliche Fortbildung bieten bietet das LAFP NRW Schulungen zum pädagogischen Puppenspiel an, dessen Wirksamkeit vielfach unterschätzt wird.

„Sicherere Straßen durch professionelle polizeiliche Verkehrsüberwachung!“ In NRW sterben jährlich etwa mehrere hundert Menschen im Straßenverkehr bzw. werden schwer verletzt. Dagegen wirkt eine polizeiliche Verkehrsüberwachung. Hierzu trainieren und qualifizieren die Lehrenden des LAFP die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte in Grundlagenseminaren sowie in speziellen Fortbildungen zur Überwachung des Schwerlastverkehrs und zur Handhabung der aktuellen Verkehrsüberwachungstechnik. Besonders für den Wachdienst konzipiert sind Seminare zur Überwachung des Drogenmissbrauchs im Straßenverkehr.
 

Führung und Steuerung

Das LAFP NRW bietet weiterhin Seminare für polizeiliche Führungskräfte an, um diese in ihrer Aufgabenwahrnehmung und beim professionellen Umgang mit Problemen im Führungsalltag zu unterstützen.

Es berät die Polizeibehörden bei der Erstellung und Implementierung neuer Konzepte, wie zum Beispiel dem Behördlichen Gesundheitsmanagement.

Auch Fortbildungen für die Stabsbereiche der Polizei NRW, verhaltensorientierte Seminare (Stress- und Konfliktbewältigung) sowie Seminare zur interkulturellen Kompetenz gehören zum Portfolio. Der Sozialwissenschaftliche Dienst bietet Coaching als individuelle Führungsberatung und Supervisionen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei NRW an.


Das LAFP NRW bietet weiterhin Seminare für polizeiliche Führungskräfte an, um diese in ihrer Aufgabenwahrnehmung und beim professionellen Umgang mit Problemen im Führungsalltag zu unterstützen.
Es berät die Polizeibehörden bei der Erstellung und Implementierung neuer Konzepte, wie zum Beispiel dem Behördlichen Gesundheits-management.
Auch Fortbildungen für die Stabsbereiche der Polizei NRW, verhaltensorientierte Seminare (Stress- und Konfliktbewältigung) sowie Seminare zur interkulturellen Kompetenz gehören zum Portfolio. Der Sozialwissenschaftliche Dienst bietet Coaching als individuelle Führungsberatung und Supervisionen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei NRW an.

Technik

Die Fortbildungen zur Informations- und Kommunikationstechnik entsprechen den neuesten Anforderungen.

Auf modernen Computerplattformen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Kenntnisse beispielsweise zu den Themen Systemadministration, Betriebssysteme, Datenbanken oder zu polizeispezifischen Anwendungen zu erweitern.

Die Fortbildungen für das Waffen-, Geräte- und Kraftfahrzeugwesen stehen unter dem Leitgedanken, dass die Technik im Ernstfall „verfügbar und einsatzfähig“ ist.

So ermöglichen wir jährlich 30.000 bis 35.000 Polizeibediensteten mit den polizeilich relevanten Entwicklungen Schritt zu halten und sich durch Spezialisierungen neue polizeiliche Aufgabenbereiche zu erschließen.

Aktualität, Bedarfsgerechtigkeit und Praxisbezug sind unser Anspruch
Jährlich überprüft und aktualisiert das LAFP NRW das Fortbildungsangebot und erhebt den Bedarf in allen Polizeibehörden, jeweils in Abstimmung mit den übrigen polizeilichen Landesoberbehörden LKA NRW, LZPD NRW sowie dem MIK NRW. Auf der Grundlage des vom MIK NRW genehmigten Jahresfortbildungsprogramms, buchen die Polizeibehörden die von ihnen gemeldeten Fortbildungsplätze beim LAFP NRW im Online-Verfahren.

Berufserfahrene und pädagogisch-didaktisch geschulte Polizeibedienstete, aber auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, erstellen praxisorientierte und erwachsenengerechte Fortbildungskonzeptionen nach einheitlichen Standards und führen die Fortbildungsveranstaltungen, ggf. unterstützt durch Fremdreferenten, durch.